Von der Entdeckung bis zum aktuellen Forschungsstand

Die IgG4-RD wurde erst Anfang der 2000er-Jahre erkannt. 2001 entdeckten Forscher:innen in Japan einen Zusammenhang zwischen einer be­stimmten Entzündung der Bauchspeicheldrüse und erhöhten IgG4-Werten. Wenig später wurde klar: Auch andere Organe können mit ähnlichen Veränderungen betroffen sein. Seit 2011 spricht man offiziell von „IgG4-RD“, weil es viele verschiedene Beschwerden gibt, aber eine gemeinsame Ursache.1

Da IgG4-RD selten vorkommt, haben viele nicht spezialisierte Ärzt:innen keine bis wenig Erfahrung damit. Wie und warum es zu dieser Erkrankung kommt, ist zudem noch nicht geklärt. Auch darum wird eine IgG4-RD leicht mit anderen, häufigeren Erkrankungen verwechselt, etwa Krebs, Rheuma oder anderen Autoimmunerkrankungen.2,3

Nicht heilbar, aber gut behandelbar7
Wie bei den meisten Erkrankungen, bei denen das Immunsystem beteiligt ist, gibt es nach heutigem Forschungsstand keine Heilung. Die Aufmerksamkeit für die Erkrankung ist allerdings gestiegen, inzwischen gibt es viele Fachleute, die sich gut mit IgG4-RD auskennen. Die Erkrankung kann effektiv behandelt werden. Wichtig ist, dass die IgG4-RD in aktiven Phasen gezielt behandelt wird. Im Anschluss kann eine Erhaltungstherapie über einen bestimmten Zeitraum sinnvoll sein, um Rückfälle zu vermeiden. Manchmal kann auch eine dauerhafte Therapie notwendig sein.
  • Referenzen
    1. Deshpande V et al. Mod Pathol 2012; 25(9):1181-1192.
    2. Nambiar S, Oliver TI. StatPearls 2023. Online verfügbar unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK499825/ (Letzter Aufruf: 17.09.2025).
    3. Stone JH et al. N Engl J Med 2012; 366(6):539-551.
    4. Floreani A et al. J Transl Autoimmun 2020; 4:100074.
    5. Jha I et al. Lancet Rheumatol 2024; 6(7):e460-e468.
    6. Wallace ZS et al. Ann Rheum Dis 2023; 82(7):957-962.
    7. Khosroshahi A et al. Arthritis Rheumatol 2015; 67(7):1688-1699.